Naturheilpraxis-Britz

Meerrettich-freie Nase durch Scharfstoffe

Meerrettich ( Cochlearia armoracia )

Bei einem Ausflug in den Spreewald wurde in diesem Sommer meine Aufmerksamkeit auf die Meerrettich-Pflanze gelenkt. Sie ist heute als Heilpflanze fast vergessen und scheint nur noch in  der Küche eine kulinarische Funktion zu erfüllen. Dort wird die geriebene Wurzel mit Sahne vermengt und dient als Würze  vor allem für Fleisch- oder Fischgerichte.
Die Schärfe der Wurzel ist abhängig vom Alter und regt  die Magensäfte an. Dadurch hilft sie bei der Verdauung und auch bei Appetitlosigkeit. Für Menschen mit empfindlichen Schleimhäuten ist der Gebrauch ungünstig, da es zu Reizungen kommen kann. Ebenfalls bei Neigung zu Durchfall sollte man auf Meerrettich verzichten.

Wer schon mal eine frische Wurzel gerieben hat, wird sich noch an die tränenbringende und nasenlaufende Prozedur erinnern. Das erinnert stark an die Küchenzwiebel und in der Tat gehören beide Pflanzen zwar verschiedenen Familien an, enthalten aber beide ähnlich scharfe, schwefelhaltige, leicht flüchtige Inhaltsstoffe (sogenannte „Senfölglykoside“).
Andere Beispiele dieser Gruppe sind: Knoblauch und Bärlauch, Senf, Löffelkraut, Brunnenkresse, Rettich. Diese Scharfstoffe haben eine sehr stark keimtötende und reinigende Wirkung auf die Schleimhäute. In der Naturheilkunde werden sie gerne bei bakteriellen Infektionen eingesetzt. Anders als chemische Antibiotika zerstören Meerrettich und Co nicht die nützliche Bakterienbegleitflora der Schleimhäute, sondern desinfizieren durch die enthaltenen ätherischen Öle und verflüssigen den Schleim. Ein wohlbekanntes Hausmittel stellt z.B. der Zwiebelsirup bei zähem Husten dar.

Die Öle des Meerrettich steigen bei Genuss die Nase hoch und können sich ( wenn die Wurzel frisch genug ist ) von dort aus weiter bis in alle Nasennebenhöhlen ausbreiten. Das Erreichen der Stirnhöhlen bzw. der Siebbeinzellen wird oft durch einen flüchtigen Druckschmerz angezeigt. Bei akuter oder chronischer Nasennebenhöhlenentzündung hat dies eine desinfizierende und schleimlösende Wirkung. Zur weiteren Behandlung sind Nasenspülungen  mit 0,9 % iger Kochsalzlösung von unschätzbarem Wert.

Nach den Schleimhäuten der Bronchien, der Kopfhöhlen und des Darmes möchte ich noch auf die chronisch entzündete Blasenschleimhaut hinweisen. Oftmals folgen Antibiotikagaben den Entzündungen, die dadurch kurzfristig besser werden, aber schon nach kurzer Zeit wiederkommen und abermals Antibiotika nach sich ziehen. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, denn die körpereigenen Abwehrkräfte werden geschädigt und sind immer weniger in der Lage, von selber mit den Erregern fertig zu werden. Neben verschiedenen abwehrstärkenden Maßnahmen kann die Benutzung von Meerrettich-Kapuzinerkresse in Magenschutz-Kapseln (Apotheke) diesen Kreislauf durchbrechen. Allerdings möchte ich betonen, dass Antibiotika lebensrettende Medikamente darstellen, auf die niemand auf eigene Faust verzichten sollte. Schon gar nicht dürfen begonnene Einnahmen einfach unterbrochen werden.
Wenden Sie sich bitte an eine/n Medizinerin/Mediziner.

Frische Keimlinge für die Abwehr :

Da die ätherischen Öle der Senfölpflanzen beim Trocknen oft verduften, sollten sie möglichst frisch verzehrt werden. Eine sehr gute Quelle stellen Sprossenkeimlinge von Rettich, Radieschen, Senf dar.
Brunnen- oder Kapuzinerkresse können uns als Pflanzen ebenfalls dienlich sein. Im Reformhaus oder Bioladen gibt es die entsprechenden Utensilien.

Niemals normales (gebeiztes!) Saatgut benutzen, um daraus Keimlinge zu ziehen.
Beim Gebrauch von Meerrettich darauf achten, dass er ungeschwefelt ist. Der Schwefel kann schlimmstenfalls allergisches Asthma auslösen.

 





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