Naturheilpraxis-Britz

Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Ihr botanischer Name leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet Biene. Bienen lieben die aromatischen Pflanzen aus der Familie der Lippenblüter, zu denen auch die Zitronenmelisse gehört.

Im Garten schätzt sie einen sonnigen Platz, damit sich ihre ätherischen Öle gut entwickeln können.

Die medizinisch genutzten Pflanzenteile sind die Blätter, die kurz vor der Blüte geerntet werden sollten. Wenn die Pflanze anfängt zu blühen, geht ihre Kraft mehr in die Blüten. Die Blätter verlieren ihre Kraft. Überhaupt sind die Wirkstoffe sehr flüchtig, so dass sich Melissenblätter nicht gut zum Trocknen eignen. Besser ist es, sie frisch als Kräutertee zu verwenden oder einen alkoholischen Auszug (Tinktur) herzustellen. Einfrieren ist auch möglich.

Die Zitronenmelisse ist eine sanfte, aber wirkungsvolle Heilpflanze. Ihr frisches Zitronenaroma macht sie zu einem leckeren Haustee, der ruhig längere Zeit getrunken werden kann. Vor allem nervösen oder ausgebrannten, erschöpften Menschen leistet sie gute Dienste

Ihr Hauptwirkort im Körper ist der Solarplexus, also die Region kurz unter dem Brustbein. Dort wirkt sie beruhigend und ausgleichend. Sie kann eingesetzt werden bei leichten Herzrhythmusstörungen, wenn diesen keine organische Ursache zugrunde liegt (nervöses Herzklopfen). Auch der Magen profitiert von Melissentee. Hier kommt zusätzlich zur beruhigenden Wirkung noch eine krampflösende zum Tragen. Zusätzlich verbessern die aromatischen Öle die Verdauungsleistung des Magens. Der zitronige Geschmack ist wohltuend bei Übelkeit.

Die krampflösende Wirkung zeigt sich ebenfalls bei nervösen Kopfschmerzen und bei Menstruationskrämpfen. Da die Wirkung jedoch sehr sanft ist, rate ich bei diesen Beschwerden immer auch zu weiteren Pflanzen. Gänsefingerkraut und Schafgarbe lassen sich gut mit Melisse kombinieren und wirken ebenfalls entkrampfend.

Ein weiteres Anwendungsgebiet der Melisse sind Einschlafstörungen. Wenn der Tag aufregend war, viele Eindrücke und Anforderungen auf einen einstürmten, kann ein Abendtee aus Melissenblättern, Lindenblüten und Salbeiblättern helfen, die innere Entspannung einzuleiten. Auch Hopfen und Baldrian sind hier sehr wirkungsvoll, doch wird der Geschmack nicht immer geschätzt.

Obwohl Melisse stark duftet ist es sehr aufwändig und teuer, ein ätherisches Öl aus ihr zu extrahieren. Dieses wirkt bei Lippenbläschen (Herpes labialis) virushemmend. Noch besser und preisgünstiger wirkt hierbei das ätherische Öl des Thymians, das allerdings mit etwas Speiseöl verdünnt werden muss.
Herstellung einer Tinktur

Ein Schraubglas mit frischen, trockenen und zerkleinerten Melissenblätter füllen. Mit 38% Korn oder einem anderen klaren Schnaps auffüllen, so dass alle Pflanzenteile bedeckt sind. Für 3 Wochen an einen warmen schattigen Ort stellen und ab und zu schütteln.

Danach abgießen und die Pflanzenreste noch ausdrücken. Dunkel stellen. Hält sich mindestens 1 Jahr. Von dieser Tinktur bei Bedarf 20 bis 30 Tropfen einnehmen.

Wegen des Alkoholgehaltes nicht bei Alkohol- und Leberkranken, Epileptiker und Kindern anwenden.

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